Herzrhythmusstörungen

Die Zahl der Herzschläge pro Minute (Herzfrequenz) wird vom sogenannten Sinusknoten im rechtem Vorhof gesteuert, der regelmäßig elektrische Impulse abgibt und hintereinander die Vorhöfe und Kammern erregt. Daher wird der normale Herzrhythmus auch als Sinusrhythmus bezeichnet. Jede Störung des Sinusrhythmus kann unterschiedlich schwere Folgen für die Herzfunktion haben.

Herzrhythmusstörungen treten am häufigsten unmittelbar nach Herzoperationen auf, die meist nur vorübergehend einer Behandlung bedürfen. Bei gewissen Operationen können jedoch solche Herzrhythmusstörungen durch Narbenbildungen auch erst nach vielen Jahren entstehen, die dann meist eine lebenslange Therapie notwendig machen. Sehr viel seltener werden Herzrhythmusstörungen bei sonst herzgesunden Kindern als angeborene Anomalie oder nach Herzmuskelentzündungen (Myokarditis) beobachtet.

Bei Herzhythmusstörungen mit zu langsamer Herzfrequenz, vor allem bei einer Blockierung der Erregungsleitung von den Vorhöfen zu den Kammern (AV-Block), kann die Implantation eines Herzschrittmachers notwendig werden. Dabei wird unter die Haut ein kleines Aggregat implantiert, das nun über Kabel (Elektroden) elektrische Impulse an das Herz abgibt und somit den zu langsamen Herzrhythmus wieder normalisiert. Die Schrittmacherelektroden werden bei Säuglingen und Kleinkindern an die Außenseite des Herzens angenäht, während bei größeren Kindern diese Elektroden von der Schultervene aus über die obere Hohlvene in den rechten Vorhof und die rechte Kammer vorgeschoben werden.

Die Schrittmacherimplantation ist eine kurze Operation von etwa einer Stunde und wird an der Klinischen Abteilung für Herzchirurgie der Universitätsklinik für Chirurgie durchgeführt. Eine stationäre Aufnahme ist für 3 bis 5 Tage erforderlich. Wegen Batterierschöpfung muß das Schrittmachergerät etwa alle 3 ( bei kleinen Kindern ) bis zu 10 Jahren ausgetauscht werden.

Die Schrittmacherkontrolle erfolgt ein- bis zweimal jährlich in der Schrittmacherambulanz. Durch einen auf die Haut über dem Schrittmacheraggregat aufgesetzten Magnetkopf wird dabei die Schrittmacherfunktion überprüft und entsprechend den Bedürfnissen des Patienten angepasst. Mit Hilfe der modernen Schrittmachertechnologie kann heutzutage ein normaler Herzrhythmus nahezu vollständig imitiert werden, sodass den Kinder vom Schrittmacher her praktisch keine Einschränkungen in der körperlichen Belastbarkeit auferlegt werden müssen.

Bei Herzrhythmusstörungen mit zu schneller Herzfrequenz ist zunächst eine Behandlung durch Medikamente notwendig. Die Einstellung auf diese Medikamente erfordert eine kurze stationäre Aufnahme von wenigen Tagen. Die Kontrolle erfolgt durch regelmäßige ambulante EKG- Untersuchungen.

Bei älteren Kindern können manche dieser Rhythmusstörungen mittels Herzkatheter (Katheterablation) behandelt werden, sodass keine Medikamente mehr notwendig sind.