Angeborene Herzfehler

Von 1000 Lebendgeborenen leiden 8-10 an einer angeborenen Fehlbildung des Herzens und/oder der großen Gefäße. Damit sind Herzfehler die häufigsten angeborenen Missbildungen. Unbehandelt sterben ca.25% im frühen Säuglingsalter und ca. 60% im 1.Lebensjahr. Lediglich 10-15% erreichen ohne ärztliche Therapie das Erwachsenenalter.

<< zurück zur Übersicht

Aortenisthmusstenose

1/4

AIST

Die umschriebene Verengung im Bogen der Körperschlagader kann im Neugeborenenalter schwerste Probleme mit Herz- und Nierenversagen erzeugen, wenn der Duktus sich verschließt. Hier ist eine sofortige Operation notwendig, Prostglandininfusionen können eine kritische Periode überbrücken.

Die Operation zeigt gute Ergebnisse, in etwa 10 % kommt es jedoch wiederum zu narbigen Verengungen. Im späteren Lebensalter wird die Isthmusstenose durch hohen Blutdruck der oberen Körperhälfte, das Herzgeräusch, raschere Ermüdbarkeit der Beine u.a. entdeckt. Unbehandelt schadet der hohe Blutdruck der Funktion der linken Herzkammer, führt zu früher Arteriosklerose, Hirninfarkt oder Endokarditis. Eine Beseitigung der Engstelle ist daher in jedem Lebensalter anzustreben.

Beim jungen Säugling ist das Mittel der Wahl stets die Operation, beim älteren Kind und Erwachsenen muss die Ballondehnung mit oder ohne Stentimplantation in Betracht gezogen werden.

Diese ist bei noch nicht operierten Patienten vom Risiko her gegen eine Operation abzuwägen, während bei AIST nach einer bereits im Neugeborenenalter stattgefundenen Operation stets die Ballondehnung mit/ohne Stent das Mittel der Wahl ist.

Trotz gelungenem Eingriff benötigt ein Teil dieser Patienten später Medikamente gegen hohen Blutdruck.